Pukeko und Pauafritter

Es ist Markt in Rotorua, ich schlendere umher und kaufe mir einen Pauafritter. Das Aussehen erinnert stark an einen Kartoffelpuffer, doch ist er dünkler und enthält das zerkleinerte Fleisch der Pauamuschel. Nicht weit weg vom Marktgeschehen liegt das Hallenbad, welches ich wieder besuche und meine Bahnen schwimme. Das Wasser ist schön warm und ich bin fast der einzige Gast. Auf dem Heimweg taucht nur einige Meter von mir entfernt ein Pukeko am Seeufer auf. Er rennt so schnell das ich Mühe habe ihn mit dem Fotoapparat zu erwischen.

Pukeko

Abends schmeisse ich mich faul aufs Sofa und wir sehen uns eine DVD an. Grand aus England, mit dem ich das Eröffnungsspiel der Deutschen vor zwei Wochen angesehen habe, ist immer noch da. Wir verabreden das Spiel gegen Argentinien im Pub morgens um 3 Uhr anzusehen. Auch einige andere Hostelbewohner lassen sich überreden und so treffen wir uns früh am Morgen um halb drei um noch einen guten Platz zu ergattern und ein paar Bier zu trinken, da zwischen 3 und 6 Uhr morgens nicht ausgeschenkt werden darf. Die Stimmung ist grandios, auch viele Argentinier sind da und die Deutschen Fans haben Fahnen mitgebracht. Es wird ein spannendes Spiel und beim ersten Tor der Deutschen springe auch ich auf und stimme ins „OleOle“ ein. Nach dem Sieg beim Elfmeterschiessen bleibe ich noch im Pub um mir das nächste Spiel anzusehen und eine Portion Rühreier zu essen. Als ich aus dem Pub gehe scheint bereits die Sonne.

LakeRotorua

Zurück im Hostel lege ich mich erstmal aufs Ohr bis um 11Uhr die Staubsaugerfrau kommt.
Nachmittags fragen Paul und Lea aus England mich, ob ich auf eine kurze Wanderung mitkommen möchte. Zusammen in ihrem bunten Bus fahren wir einige Kilometer weg von Rotorua in ein dicht bewaldetes Gebiet und laufen auf den gut ausgebauten Wegen, fahren danach noch zu zwei Seen und einer Straussenfarm, um anschliessend ein Bier miteinander trinken zu gehen.

PaulLeaAusflug

Es stinkt… immer noch!

Mein Wecker klingelt. 3:50Uhr am Morgen. Ich muss mich beeilen, den in etwas mehr als 5 Minuten wird das Eröffnungsspiel der Fussball-Weltmeisterschaft der Männer beginnen. Als ich mit kleinen Augen in den Gemeinschaftsraum komme, wartet Grand aus England schon auf mich. Er ist über Nacht wach geblieben, um sich das Spiel anzusehen. Die Fernsehkamera schwenkt zur deutschen Nationalmannschaft die sich gerade umarmt und „Einigkeit, Recht und Freiheit“ erklingt. Mir ist komisch zu Mute, habe aber ein angenehmes Gefühl im Bauch. Anpfiff.

Eroeffnungsspiel

Über 90 Minuten sehen Grand und ich ein spannendes Spiel, danach geht er ins Bett und ich ins Pub um mir das Spiel Ecuador gegen Polen anzusehen und dazu ein englisches Frühstück zu essen.
Hier in Rotorua riecht, oder noch besser gesagt stinkt, es immer noch überall stark nach Schwefel, der aus unzähligen Löcher hervordampft. Schön nach Rotorua in das dortige Hostel zurückgekommen zu sein. Hier hatte ich vor 7 Monaten Michael Coper und Julia kennen gelernt, mit denen ich mich in Christchurch noch einmal traf.
Auf dem Wochenmarkt kaufe ich frisches Gemüse und mache mich danach auf den Weg ins Hallenbad, welches dank der Erdwärme hier in Rotorua schön warmes Wasser hat.
Noch in Wellington erhielt ich eine E-Mail, das ein Packet für mich in Auckland angekommen sei. Da ich keinen blassen Schimmer habe was es sein könnte bin ich sehr gespannt und laufe gleich nach meiner Ankunft in Auckland zum „The Fat Camel“ welches ich bisher selbst noch nicht gesehen habe. Es ist ein Päckchen meiner Oma Margit, welches sie am 7. Februar abgeschickt hat und für den Valentinstag gedacht war.

Valentinstag

Es enthält den Helmbrechtser Johannisbrief, eine Grusskarte, einige Bilder, die Blüte eines Alpenveilchens, welches schon leicht vertrocknet scheint und eine Tüte Gummibärchen, die ich noch am gleichen Abend halb auffuttere.
Früh am nächsten Morgen mache ich mich auf den Weg um in den Aucklander Hostels die Verkaufsanzeigen für meine Ema zu verteilen.

AnzeigeEmaVerkauf

Drei Tage später spielt Deutschland gegen Polen. Ich hatte mir extra ein Hostel ausgesucht, welches Sky Sport, ähnlich dem Sender Premiere in Deutschland, besitzt, da ausser dem Eröffnungspiel und dem Finale kein anderes Spiel im regulären neuseeländischen Fernsehprogramm läuft. Mit mir zusammen schauen im Hostel zehn andere Deutsche und wir freuen uns alle über das Tor in letzter Minute.
Mittags als ich gerade in der Bücherei sitze um meine E-Mails zu lesen, bekomme ich einen Anruf, ob mein Auto noch zu verkaufen sei. Ich mache mit William, der so wie seine Freundin vor einer Woche aus England hier angekommen ist, einen Treffpunkt aus. Die beiden inspizieren mein Auto genau und machen eine Probefahrt. Nach fast zwei Stunden haben sie genug geprüft und entschliessen sich nach kurzer vertraulicher Beratung meine Ema zu kaufen. Natürlich wollen sie weit aus weniger zahlen als ich haben will. Am Ende treffen wir uns in der Mitte und geben uns darauf die Hand. Der Besitzerwechsel eines Autos kann in jeder neuseeländischen Poststelle vollzogen werden. Wir füllen beide jeweils ein Dokument aus. William gibt mir das Bargeld und ich ihm den Autoschlüssel. Ich wünsche den beiden allseits gute Fahrt. Mir fällt ein Stein von Herzen, das der Verkauf meiner Ema jetzt doch so schnell von Statten ging und ich nun nochmals Auckland für drei Wochen verlassen kann.

Emaweg

Emabesitzeralt

Es stinkt!

Als ich meine Autotür in Rotorua aufmache, zieht ein übler Geruch an meiner Nase vorbei. Fast so wie verfaulte Eier oder als hätte jemand die Gasflasche nicht zugedreht. Aber dies ist normal für diesen außergewöhnlichen Ort hier und nach drei Stunden hat man sich schon fast daran gewöhnt. Die Schwefeldämpfe kommen direkt aus dem Erdboden und wenn man sich bügt fühlt sich dieser mancherorts auch ziemlich warm an. Der letze Vulkanausbruch liegt über 100 Jahre zurück, doch über die Gewalt, welche hier unter der Erde ruht, kann man sich in vielen Parks informieren.
Im Hostel lerne ich zwei nette Engländer kennen und wir unternehmen zusammen einen Bushwalk.

Auf unserem Weg sehen wir unwirklich Gesteinsgebilde und einen tiefblauen, 80Grad heißen See.

Am Abend sitzen wir alle drei zusammen mit einer Deutschen und diskutieren über Politk in England und Deutschland, da kommt auf einmal die Herbergsmutter und fragt ob wir vier mit auf die Eröffnung eines renovierten Parkes hier in Rotorua kommen wollen.
Alles ist wunderbar farbig beleuchtet und wir schlendern die von Bäumen gesäumten Wege entlang. Zurück in der Herberge schauen wir uns gemeinsam noch „Life of Brian“ an und gehen dann zufrieden ins Bett.