Es stinkt… immer noch!

Mein Wecker klingelt. 3:50Uhr am Morgen. Ich muss mich beeilen, den in etwas mehr als 5 Minuten wird das Eröffnungsspiel der Fussball-Weltmeisterschaft der Männer beginnen. Als ich mit kleinen Augen in den Gemeinschaftsraum komme, wartet Grand aus England schon auf mich. Er ist über Nacht wach geblieben, um sich das Spiel anzusehen. Die Fernsehkamera schwenkt zur deutschen Nationalmannschaft die sich gerade umarmt und „Einigkeit, Recht und Freiheit“ erklingt. Mir ist komisch zu Mute, habe aber ein angenehmes Gefühl im Bauch. Anpfiff.

Eroeffnungsspiel

Über 90 Minuten sehen Grand und ich ein spannendes Spiel, danach geht er ins Bett und ich ins Pub um mir das Spiel Ecuador gegen Polen anzusehen und dazu ein englisches Frühstück zu essen.
Hier in Rotorua riecht, oder noch besser gesagt stinkt, es immer noch überall stark nach Schwefel, der aus unzähligen Löcher hervordampft. Schön nach Rotorua in das dortige Hostel zurückgekommen zu sein. Hier hatte ich vor 7 Monaten Michael Coper und Julia kennen gelernt, mit denen ich mich in Christchurch noch einmal traf.
Auf dem Wochenmarkt kaufe ich frisches Gemüse und mache mich danach auf den Weg ins Hallenbad, welches dank der Erdwärme hier in Rotorua schön warmes Wasser hat.
Noch in Wellington erhielt ich eine E-Mail, das ein Packet für mich in Auckland angekommen sei. Da ich keinen blassen Schimmer habe was es sein könnte bin ich sehr gespannt und laufe gleich nach meiner Ankunft in Auckland zum „The Fat Camel“ welches ich bisher selbst noch nicht gesehen habe. Es ist ein Päckchen meiner Oma Margit, welches sie am 7. Februar abgeschickt hat und für den Valentinstag gedacht war.

Valentinstag

Es enthält den Helmbrechtser Johannisbrief, eine Grusskarte, einige Bilder, die Blüte eines Alpenveilchens, welches schon leicht vertrocknet scheint und eine Tüte Gummibärchen, die ich noch am gleichen Abend halb auffuttere.
Früh am nächsten Morgen mache ich mich auf den Weg um in den Aucklander Hostels die Verkaufsanzeigen für meine Ema zu verteilen.

AnzeigeEmaVerkauf

Drei Tage später spielt Deutschland gegen Polen. Ich hatte mir extra ein Hostel ausgesucht, welches Sky Sport, ähnlich dem Sender Premiere in Deutschland, besitzt, da ausser dem Eröffnungspiel und dem Finale kein anderes Spiel im regulären neuseeländischen Fernsehprogramm läuft. Mit mir zusammen schauen im Hostel zehn andere Deutsche und wir freuen uns alle über das Tor in letzter Minute.
Mittags als ich gerade in der Bücherei sitze um meine E-Mails zu lesen, bekomme ich einen Anruf, ob mein Auto noch zu verkaufen sei. Ich mache mit William, der so wie seine Freundin vor einer Woche aus England hier angekommen ist, einen Treffpunkt aus. Die beiden inspizieren mein Auto genau und machen eine Probefahrt. Nach fast zwei Stunden haben sie genug geprüft und entschliessen sich nach kurzer vertraulicher Beratung meine Ema zu kaufen. Natürlich wollen sie weit aus weniger zahlen als ich haben will. Am Ende treffen wir uns in der Mitte und geben uns darauf die Hand. Der Besitzerwechsel eines Autos kann in jeder neuseeländischen Poststelle vollzogen werden. Wir füllen beide jeweils ein Dokument aus. William gibt mir das Bargeld und ich ihm den Autoschlüssel. Ich wünsche den beiden allseits gute Fahrt. Mir fällt ein Stein von Herzen, das der Verkauf meiner Ema jetzt doch so schnell von Statten ging und ich nun nochmals Auckland für drei Wochen verlassen kann.

Emaweg

Emabesitzeralt

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Ein Gedanke zu “Es stinkt… immer noch!

  1. huhu michl

    hat sich bei der hymne zur WM leichtes heimweh eingeschlichen? ich hoffe wir müssen am 29.07. nicht singen und salutieren! 😉

    das freut mich, dass du deine treue ema so gut an den mann (und die frau) gebracht hast. auch wenn es dich vielleicht etwas mit wehmut erfüllt kannst du dir sicher sein, dass sie weiterhin eine spannende zeit erlebt und nun das treue gefährt von leuten ist, die noch viel zu erleben haben, so wie es dir einst ging, als du sie gekauft hast. ich finde den gedanken tröstlich, dass sie nicht irgendwo in einer scheune verstaubt, sondern sich aufs neue aufmacht, NZ kilometer für kilometer zu erkunden, so wie du es mit ihr getan hast 🙂

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