Herbstgefühl

Schön wieder hier zu sein. Ich stehe in der Warteschlange vor der Passabfertigung. Diesmal weiss ich schon bescheid wie alles abläuft. Die freundliche Beamtin stempelt meinen Reisepass. Am Ausgang wartet Katja auf mich, wir kennen uns bereits seit über einem Jahr, haben uns aber noch nie gesehen. Bisher hielten wir Kontakt über Internet und SMS. Schon als ich das Flughafengebäude verlasse, fällt mir die kalte Temperatur auf. Katja brachte eine Freudin zum Flughafen, hat die Zeit noch gewartet bis ich landete und nun freuen wir uns, dass wir uns endlich einmal sehen. Trish und Wendy biegen um die Ecke, als ich mich gerade von Katja verabschiede. Ich sprudle gleich los wie ein Wasserfall und erzähle den Beiden über meinen Eindrücken von Australien. An ihrem Haus angekommen sehe ich auch schon meine Ema stehen. In meinem Zimmer wartet das zurückgelassenes Gebäck auf mich. Wir setzen uns zusammen und trinken erstmal in aller Ruhe einen warmen Tee.
Es ist Herbst geworden in Neuseeland. Die Bäume verliehren ihre Blätter und es riecht nach Laub. Wir fahren an den Strand, kein Mensch außer uns ist dort und machen einen Spaziergang. Der Wind weht um die Ohren. Auf einem angeschwemmten Baum setze ich mich nieder und sehe hinaus aufs Meer.

StrandHerbst

Mir kommt es vor, als stände Weihnachten kurz vor der Tür, genau dieses Gefühl habe ich bei diesem Wetter. Wenn es so früh dunkel wird, es nass und kalt draußen wird. Doch wir haben Mai, mitten im Jahr. Vielleicht wird es doch Zeit, bald wieder heim zu gehen.
Auch in der Innenstadt hat sich sovieles verändert in nur sechs Wochen. Die Menschenmassen sind vom Cathedral Square verschwunden, die Bäume stehen kahl da und das Laub weht über den großen Platz, welchen ich immer so geliebt habe.
Mit Katja treffe ich mich auf einen Kaffee und wir gehen gemeinsam auf das Latin American Film Festival und sehen uns Inheritance an, in den wir uns beide als Reisende gut hineinversetzen können.
Wendy und Trish helfe ich am nächsten Abend ihre alte Sitzecke mit einem Anhänger zu einer Bekannten zu schaffen und zum Dank läd uns diese anschließend in die Pizzaria ein.
Die Tage vergehen wie im Fluge, wir gehen Minigolf spilen, treffen uns mit den alten Arbeitskollegen von NZCare zum abendessen und schauen uns von einem hohen Aussichtspunkt Christchurch bei Nacht an. Doch langsam wird es Zeit die Fähre auf die Nordinsel zu buchen und mich nach einer Unterkunft für acht Wochen in Wellington umzusehen. Trish und Wendy will ich zum Abschied noch etwas schönes schenken, weil sie mich so gut umsorgt und aufgenommen haben. Zur Erinnerung an unsere gemeinsame Zeit lasse ich eines meiner Bilder entwickeln und suche dazu einen passenden Holzrahmen im Geschäft aus.

AbschiedWendyTrish

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Ein Gedanke zu “Herbstgefühl

  1. hey rumtreiber 🙂

    als allererstes auch an dieser stelle nochmal ein herzliches dankeschön für deinen geburtstagsanruf! ich hab mich wirklich wahnsinnig gefreut (schon allein mal wieder deine stimme zu hören…) und vielmehr freu ich mich, dich endlich wieder zu sehn. so langsam wird es einem – zumindest mir – bewußt, dass es eigentlich gar nicht mehr so lange hin ist, bis man bilder und buchstaben gegen persönliche gespräche und smileys gegen ein lächeln tauschen kann.
    wenn du wieder hier bist wird nicht nur die sommerliche sonne lachen, sondern sicher auch viele gesichter, die natürlich alles haarklein erzählt haben wollen (schaff dir schonmal einen terminplaner an *g*).

    der herbst deiner reise ist also da 🙂

    irgendwie ist die stimmung doch schön und passend. NZ kommt zur ruhe und du kannst dich in der kommenden zeit in ruhe mental von deiner wahlheimat verabschieden und selbst zur ruhe kommen, während dessen du hier mit sonne begrüßt wirst – und wehe wenn nicht, dann knöpf ich mir den ollen petrus persönlich vor. das gefühl viel erlebt, viel entdeckt und viele menschen kennengelernt zu haben harmoniert doch wunderbar mit dem herbst und der erinnerung an den ereignisreichen sommer und das jahr davor.

    nimm dir zeit für dich und leg einfach mal die füße hoch, die dich so viele kilometer…nein, meilen muss es ja heissen…während deiner reise getragen haben 🙂

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