60 Stunden nonstop

Bevor ich in den Flieger steige macht mir Trish, eine Kollegin von NZCare bei der ich von gestern auf heute übernachtet habe, ein englisches Frühstück.

TrishFruehstueck

Um 13Uhr fährt sie mich zum Flughafen und lässt mich dirkt vor dem Hauptgebäude aussteigen. Nachdem ich mein Gepäck aufgegeben habe und die Sicherheitskontolle durchlaufen bin, wechsle ich meine restlichen neuseeländischen Dollar in australische um. Das Mädel neben mir in der Abflughalle hat auch einen deutschen Pass.

AblugChristchurch

Als ich in den Flieger steige und es mir bequem mache durchströmt mich ein Glückgefühl. Es ist schön auf die vergangenen 7 Monate zurückzuschauen, welche neue Bekanntschaften ich geschlossen habe und welche Orte ich kennen lernen durfte. In Australien werde ich wieder Anfänger sein.
Da man eine Adresse in Australien auf dem Einreiseformular angeben muss, schreibe ich Lyndas Vater hin, der in Melbourn lebt. Lynda hat mir seine Daten gegeben, damit ich ein Bier mit ihm trinken gehen kann.
Da die Einreisebedingungen genau so scharf wie in Neuseeland sind, checke ich nochmals mein Gepäck. Mensch Meier! An das Holzkreuz hatte ich gar nicht gedacht. Soll ich es schnell noch wegschmeißen? Ich entscheide mich dagegen und ändere die Angaben auf dem Einreiseformular. Nach der Landung schnuppern Hunde das Gepäck ab, ich muss mich an einer Schlange anstellen, für gefährliche Güter. Glück gehabt! Mein Holzkreuz geht durch und ich war noch schneller als in der normalen Schlange. Lyndas Vater hat einmal für eine vergessene Banane in der normalen Reihe 400Dollar zahlen müssen.
Gleich beim Verlassen des Flughafengebäudes fällt es mir auf – die Luftfeuchtigkeit ist um einiges höher als in Neuseeland. Während ich auf die U-Bahn warte spricht mich ein älterer Herr an, der mich stark an einen Mafiosi erinnert. Er ist freundlich, kommt auch wirklich aus Italien und lebt seit 40 Jahren in Sydney.
Mit meinem Rucksack laufe ich zum Hostel, welches ich mir ausgesucht habe im Reiseführer, doch alle Betten sind schon belegt. Einige Häuserblocks weiter sehe ich ein anderes und checke dort ein. Das Dormzimmer sieht so aus als hätte eine Bombe eingeschlagen. Alles mögliche an Gepäck liegt am Boden verstreut. Dafür war der Preis recht günstig, was wohl auch daran liegen mag, das sich die Unterkunft nicht weit vom Rotlichtbezirk befindet.
In einem kleinen italienischen Restaurant esse ich eine Lasagne und mache anschließend einen abendlichen Spaziergang in Sydneys Hafen.

SpaziergangSydney

Das Frühstück ist umsonst, aber nicht von weither. Zumindest die Milch schmeckt gut. Ich mache mich auf den Weg zum Opernhaus von Sydney. Da es regnerisch ist sind, nur wenige andere Leute unterwegs.
Erst nachmittags reist die Wolkendecke auf und ich laufe über die Harbour Bridge um das Opernhaus auch von oben zu sehen.

OpernhausSydney

Mein erster Eindruck von Sydney ist recht gut. Man kann es schwer mit einer anderen Stadt vergleichen, vielleicht hat es etwas von London und Berlin. In den Strassen sehe ich kurz gefolgt hintereinander einen Rolls Royce, einen Maserati und einen Formel 1 Rennwagen. Auch viele deutsche Modelle wie Mercedes und BMW sieht man und das Deutsche Bank Hochhaus sticht zwischen den anderen heraus.
Mit einer Fähre geht es von einer Hafenseite zur anderen, überall sieht man ausgefallene Karaktäre und ich brauche etwas Zeit mich an den englischen Aussie Slang zu gewöhnen.
Am nächten Morgen laufe ich zum Sydney Tower und fahre hoch zur Aussichtsplattform. Von hier oben kann man die ganze Innenstadt überblicken.

SydneyTower

Einige Meter von mir entfernt sagt ein Mann zu seiner Frau im Dialekt wie ihn Altbundeskanzler Kohl spricht „Uff dem Bild bin ich obber net mit druf Erna, du musste mehr nachs links“. Ich frage die beiden ob ich den nicht eine Aufnahme von ihnen zusammen machen soll. Sie sind zur Zeit auf Weltreise und liegen hier 3 Tage vor Anker. Bei einem Besuch des Botanischen Gartens fallen mir Flughunde in den Bäumen auf. Als nächstes sehe ich mir das Australien Museum an, bin aber nicht sonderlich begeistert.
Da Sydney auch der Verkehrsknoten Australiens ist kann man von hier aus überall hinkommen. Nadine hatte mir einmal Perth empfohlen und auch auf meiner Reise hörte ich, wie schön es dort sein soll. Zweimal wöchentlich würde ein Zug dorthinfahren. Auf dem Bahnhof befrage ich mich und habe Glück, es ist noch ein Platz frei. So werde ich am Samstag den 25. März um 15Uhr eine Zugfahrt antreten, welche 60 Stunden später am Dienstag in Perth an der Westküste endet. Gleich nachdem ich das Ticket in Händen halte, geht mir durch den Kopf, was ich den alles zu essen einkaufen müsse, da der Zug unterwegs nicht anhält.

HarbourBridge

4 Gedanken zu “60 Stunden nonstop

  1. Huhu Michl,

    mei o mei, da sieht man die Bilder von dir die man ja eigentlich aus den Medien schon kennt und man kann es gar net richtig fassen das du da jetzt dort bist.

    Wir hoffen der Zug hat dich gut ans Westende von Australien gebracht. Wir wünschen dir einen wunderschönen aufenthalt und bitte vieeeellleee fotos machen 😉

    LG
    Karin & Michi

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  2. Hallo Michael,

    tolle Bilder …
    Viel Spaß auf der länglichen Zugfahrt gen Westen. Ich hoffe nun auch in Deutschland auf den Sommer (hab die Nase voll vom Schnee!)

    Gruß und eine schöne Zeit
    Thomas & Sylvia, Jan und Erik

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  3. Hallo Michl,
    die Fotos sind ja richtig klasse geworden.Da kriegt man wirklich Lust dorthin zu fliegen.Hoff die Zugfahrt ist nicht zu anstrengend,weil bei einer so langen Fahrt will man wahrscheinlich ne Zeitlang kein Zug mehr fahren oder?!Viel Spaß noch
    Bis bald Doro 🙂

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  4. huhu

    beneidenswert, was du alles sehen und erleben kannst, während wir hier freudensprünge über kleinigkeiten wie etwa die schneeschmelze machen 😉
    ich bin ganz gespannt, ob du känguruhs, koalas und dingos siehst. ach und vergiss nicht bei gelegenheit an einen koala zu riechen, ob der wirklich nach erkältungsbad riecht 😉 aber vorsicht, die kleinen putzlinge sollen immer schlecht gelaunt sein *g*
    ist schon beneidenswert, was du alles erlebst 🙂

    komm gut wieder!

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