God Defend New Zealand

An jedem Arbeitstag wache ich nun seit zwei Wochen mit ein und demselben Lied auf „God Defend New Zealand“ – Neuseelands Nationalhymne, welche täglich um 6Uhr morgens im Radio gespielt wird. Auch für die Bowohner der Strathean Ave, wie das Haus heißt wo ich arbeite, beginnt jeder Tag ähnlich, nur nicht am Wochenende, da haben alle frei, müssen nicht zur Arbeit und können länger im Bett bleiben. Vorallem Brad genießt es, wenn er nicht so früh raus und in die Schule muß.

BradamMorgen

Es brauchte Zeit, bis Brad sich an mich und ich an ihn gewöhnt habe, aber seitdem hat er keinen Kinderkassettenrecorder mehr nach mir geworfen. Ich verstehe nun besser, was er mit manchen Gesten und Lauten ausdrücken will, wenn auch der Lernvorgang bei weitem noch nicht abgeschlossen ist – beiderseits.
Einige Highlights gibt es natürlich über die Woche auch, worauf sich alle Bewohner der Strathean Ave mehr oder weniger freuen. Als ein Highlights darf man wohl das Abendessen am Freitag bezeichnen, da dies der traditionelle Fish and Chips Tag ist. Diesmal bin ich an der Reihe zusammen mit Nora, einer Bewohnerin der Strathean Ave, welche laufen kann, 7 Portionen Fish and Chips vom gleichnamigen Geschäft zu holen. Auf der ganzen Fahrt nervt mich Nora, dass sie eine „Caotee“ will, was Cup of Tea heißen soll. All meine Erklärungen helfen nichts und auch als ich drei Tage später zu einem Whirlpoolbesuch mit ihr gehe, sitzt sie im Wasser und fragt ständig nach einer „Caotee“. Da sie alle Ketten und Bänder liebt rennt sie in die Bademeisterkabine worauf ich sie von dort zurückhole und erkläre, das wir hier nicht daheim sind. Zurück in der Strathean Ave koche ich zusammen mit Nora erstmal eine Kanne Tee, die schnell ausgetrunken ist. Dannach setzt sich Nora mit ihrem kleinen Plastikfass, in dem all ihre Ketten und Bänder sind, aufs Sofa ins Wohnzimmer und ich habe erstmal Ruhe bis sie wieder das Verlangen nach einem „Caotee“ packt.

NoraundKetten

3 Gedanken zu “God Defend New Zealand

  1. nicht die nerven verlieren, relaxt bleiben, gell? 😉

    manchen bewohnern geht es oftmals gar nicht so sehr um den inhalt ihrer äußerungen – das sie ne tasse tee will in deiner situation – sondern um den immer gleichklingenden und wohltuenenden ausdruck den sie verwendet, es gibt ihr sicherheit, immer das gleiche zu sagen, weil sie sonst nicht viel hat im alltag, was ihr „sicher“ ist.

    daran kannst du ja mal denken, wenn sie wieder mal 10 mal am tag eine tasse tee verlangt… *g*

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  2. hi michl

    na da hast du ja jeden tag eine menge um die ohren 😉
    mich würde es wahnsinnig machen, wenn man immer aufpassen müßte, wie ein luchs, damit niemand abhanden kommt *g*
    bist du dir sicher, dass sie dich mit dem tee nicht ärgern will? *fg*
    oder sie verbindet etwas angenehmes damit – teetrinken ist ja aber auch eine gemütliche sache.

    halt dir ohren steif und die nerven locker!

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  3. Huhu Michl,

    mensch, ich beneide dich nicht um deinen Job. Respekt das du das wirklich so durchziehst. Ich hätte wahrscheinlich schon lange die Nerven verloren und hingeschmissen. Wie lange willst du denn diese Arbeit machen?

    Ich hab einen kleinen Hochzeitsbericht zu hause geschrieben *g* sind „nur“ 13 DIN A4 Seiten wenn du willst kann ich ihn dir gerne mal schicken? Oder soll ich ihn lieber irgendwo ins Netz stellen, damit du ihn mal überfliegen kannst? NAtürlich nur wenn du willst und es die Zeit zu lässt.

    Liebe Grüße aus dem verschneiten
    & sonnigen Helmbrechts

    Karin

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