Das fliegende Klassenzimmer

Schön wieder in Le Bons Bay angekommen zu sein. Hier ist mir alles vertraut. Nur kein Wasser gibt es und ich weis nicht warum. Der Tank auf der Kuhweide ist voll, gerade habe ich dies kontrolliert. Ich muss wohl auf morgen warten, was Alf dazu sagt. Meine Packete sind auch in der Zwischenzeit hier eingetroffen, worüber ich mich sehr freue, da mein Geburtstagspacket von Oktober immer noch verschollen ist. Am nächsten Morgen stehe ich früh auf und mähe den Rasen. Alf kommt um 10Uhr und zu zweit fahren wir auf einen alten Zeltplatz, wo es einige Arbeit zu erledigen gibt. Wir beginnen damit eine alte Holzhütte abzureisen. An der Hinterwand finden wir ein altes Bienenvolk, wovon noch die Wachswaben erhalten sind. Nachmittags bringe ich Alf zu Jo´s alten Traktor, den er wieder zum laufen bringen soll. Da er nicht anspringt, schickt mich Alf mit seinem Auto zurück zur Farm um einen kleinen Laster zu holen, mit dem wir den Traktor abschleppen können.

Alf repariert Jos alten Traktor

Ein Tag folgt auf den anderen, einmal helfe ich Alf im Garten, das andere mal treibe ich die Kühe von einer weiter entfernten Weide her zum Haus. Als ich in Neuseeland ankam hatte ich noch etwas Schiss vor den rießen Viechern, doch jetzt weis ich mit ihnen umzugehen und wenn ich sie vor mir hertreibe haben sie meist mehr Angst vor mir, als ich vor ihnen. Eine entkommt mir in Nachbars Garten, doch ich hole sie zurück.
Wasser wird es vor Freitag nicht geben, da der Heizkessel defekt ist. Morgens kommt ein Klempter, doch da ein benötigtes T Verbindungsstück fehlt und es dies in Akaroa nicht gibt, wird es auch nichts mit dem Wasser. Der ganze Freitag ist total verregnet und es stürmt. Während ich auf dem Sofa sitze kommt mir eine geniale Idee – ich mache meine Packete auf, also nicht die Geschenke sondern nur die Packete an sich. Im ersten finde ich lauter feine Nascherei. Als ich das zweite aufmache, erwartet mich eine böse Überraschung – das Packet wurde vom Zoll geöffnet und ein Brief liegt bei, das etwas entnommen wurde. Ein kleiner Weihnachtsbaum, wegen der Tannenzapfen die daran befestigt waren. Wenigstens die Lichterkette haben sie nicht behalten. Im Schreiben wird erklärt ich könnte den Baum für 25Euro auf über 120Grad erwärmen lassen – dannach würde wohl nur noch ein Plastikklumben übrig bleiben, oder ich lasse den Baum für 35Euro zurück nach Deutschland schicken. Ich entscheide mir für Option drei – die Vernichtung.
Da es immer noch regnet und stürmt, beschließe ich einen Tag vor dem Heiligen Abend schon eines meiner Weihnachtsgeschenke zu öffnen. Ich entscheide mich für eines, das verdächtig nach einem Buch aussieht, öffne es und finde „Das fliegende Klassenzimmer“. Mensch wie ich mich freue. Ich zünde mir eine Kerze an und beginne zu lesen.

...in einem lese ich das geniale Buch durch

Um mich verschwimmt der Raum und ich fühle mich als wäre ich selbst in Kirchberg beim Nichtraucher, Justus, Jonathan Trotz, Martin Taler und wie sie alle heißen. In einem lese ich es durch und als ich damit fertig bin sehe ich nach draußen. Es ist der 23. Dezember es wird schon finster und morgen werde ich zum feiern ins Le Bons Bay Hostel gehen.
Am Morgen ist alles schnell zusammengeräumt, ich kehre raus und verschaffe den Müll. Schon als ich den ersten Schritt ins Hostel mache kommt mir eine wohlige Wärme entgegen, im Kamin knistert ein Feuer und auf dem Sofa in der Ecke liegt ein alter, fauler Kater zu dem ich mich gleich dazusetze.
Ich lerne Karla, Katharina und Susanne kennen, die gerade beim Weihnachtsplätzchen backen sind. Beim Aufwaschen helfe ich und die drei lassen mich dafür auch von ihren leckeren Plätzchen versuchen.

Weinachtsplätzchen in Neuseeland

Um 16Uhr werden wir uns alle zusammenfinden, miteinander kochen und anschließend Heilig Abend in großer Gemeinschaft verbringen. Um 19Uhr gehe ich mit Karla und Susanne zum Gottesdienst in Le Bons Bay, worauf ich mich schon sehr freue.
Euch allen wünsche ich wunderschöne Weihnachtstage.

Frohe Weihnachten Euch allen!

3 Gedanken zu “Das fliegende Klassenzimmer

  1. hi michl 🙂

    also auch noch mal auf diesem weg frohe weihnachten von peter und mir – haben wir ja schon via sms gewünscht, aber weils so schön ist *ggg*

    warum haben die eigentlich den weihnachtsbaum konfisziert? haben die die tannenzapfen für handgranaten gehalten? 😉
    oder dürfen fremde pflanzensämereien nicht nach NZ eingeführt werden?

    Like

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s