Anhängerverleih Jim Mahoney

Jim Mahoney ist ein älterer, katholischer, verwitweter Mann der im Rollstuhl sitzt aber doch das Schöne auf der Welt zu schätzen weis und auch belanglose Kleinigkeiten toll findet. Als er mir die Tür öffnet lächelt er mich an und fragt, ob ich meinen Tee mit Milch und Zucker trinke.

Mein erstes Projekt wird das Ausbringen einer Antiunkrautfolie im Garten sein. Nach zwei Stunden ist diese verlegt und ich fange mit dem Verteilen der Rindenmulche an und pflanze die ersten Sträucher. Meine Arbeit wird in den nächsten Tagen immer unterbrochen durch kurze Zwischenaufgaben wie z.B. ankuppeln von Anhängern, da Jim auch noch einen Anhängerverleih betreibt.
Zum Abendessen gibt es etwas aus der Gefriertruhe, wie auch schon Mittags. Morgen werde ich ihn fragen, ob ich nicht etwas für uns beide kochen soll. Er zeigt mir mein Zimmer und ich richte mich ein. Hier schlafen sonst seine beiden Enkelkinder, wenn diese zu Besuch sind.

Bus mit Kueche, Klo und alles was man braucht

Auf Jims Grundstück steht ein alter 50 Sitzer Bus in dem ein noch älterer Hippie wohnt. Mark hat die ganze Zeit ein Grinsen auf dem Gesicht, welches nur von einer Sache kommen kann. Zusammen mit ihm füttere ich Jims Kälber und wasche danach den Milchapperat aus.

Morgens höre ich im Halbschlaf wie Jim plötzlich „Michael Schuhmacher come and look“ schreit. Ich schieße auf und renne im Schlafanzug auf die Terrasse. Auf der Weide neben dem Haus spielen Schaffe und Jim meint, das wäre doch ein schönes Foto. Am Horizont sieht man den Mount Teranaki in Wolken gehüllt.

Nach dem Frühstück mähe ich den Rasen und mache dann mit dem Pflanzen weiter. Nachmittags kommt ihn seine Schwester Joan besuchen, die mir gleich sympatisch ist und wir nehmen zusammen den nächsten Abschnitt in Angriff. Sie meint ich mache gute Arbeit und fragt mich, ob ich den nicht in den kommenden Tagen einen Zwischenstopp im Haus Ihrer Mutter machen möchte, um dort Unkraut zu jäten. Ich stimme zu. Jo fährt weg ohne Tschüss zu sagen, da sie weiss, das Jim immer noch eine Aufgabe zum erledigen findet, was ich in der Zwischenzeit auch schon festgestellt habe.
Für das Abendessen schäle ich Spargel, koche Kartoffeln und brate Jim und mir Fisch in der Pfanne. Es scheint ihm zu schmecken und ich sage, ich würde morgen wieder kochen wenn er will.
Nachdem ich den Abwasch erledigt habe gehen wir zusammen in die Biebelstunde nach Inglewood. Die Leute dort sind sehr gastfreundlich und ich höre gespannt der Diskussion im Anschluss zu.

Da Jim oft seine Vorhaben und Absichten ändert mache ich am Vormittag meine Arbeit, schneide Hecken, mähe Rasen, reise einen alten Busch heraus, pflanze einen neuen und verschwinde um 13Uhr ohne Tschüss zu sagen, da Jim mir einen freien Nachmittag versprochen hat, den ich auch nötig habe. Ich fahre zum Mount Taranaki, besichtige das Visitor Center und mache einen kurzen aber sehr schönen Bushwalk. Als ich mir im Cafe einen Filterkaffee kaufe, fragt mich die mollige Dame hinterm Tresen „schwarz or weiß“. Da ich die letzten Tage nur englisch gesprochen habe, muss ich erstmal umschalten im Kopf und sage „weiß bitte“. Sie kommt von der Insel Föhr, lebt hier schon seit 12Jahren und hat ihre Eltern nachgeholt. Ich könnte in Ihrer Unterkunft wwoofen, doch da ich zu meinem Geburtstag spätestens in der Hauptstadt Wellington sein will, lehne ich ab.
Auf der Rückfahrt zu Jims Farm halte ich am Supermarkt an, kaufe Schweineschnitzel, Paprika, Zwiebeln und süße Sahne. Daheim angekommen mache ich uns dazu Reis und Jim sagt nach dem Essen „beautiful“. Im Anschluss besuchen wir gemeinsam die katholische Messe.

Paprikasahneschnitzel

Am Sonntag Morgen kommt sein Sohn Jeason und wir fangen um 7:30Uhr an einen Gartenzaun zu bauen. Da Jim heute seine Mutter besuchen will ist auch für mich die Zeit zur Abreise gekommen und ich fahre entlang des Surf Highways nach Hawera. Seine Schwestern Jo wartet dort schon auf mich. Ich werde bei Ihrer Schwester Nora schlafen, da im Haus der Mutter kein Platz ist. Vorher wartet noch viel Arbeit auf mich, ich helfe 88Kälber zu füttern, wobei sie je nach Alter unterschiedliche Futtermischungen bekommen. Um 21Uhr ist dann für mich Zeit Abend zu essen und ich falle erschöpft ins Bett.
Am nächsten Vormittag habe ich frei, schnappe mir mein Auto und fahre zu den 20km entfernten Dawson Falls am Mount Taranaki.
Nachmittags jähte ich schubkarrenweise Unnkraut und um 18Uhr holt mich Nora zum Heuballen machen ab.
Die anderen Arbeiter sind alle cool drauf und ich lerne viele neue englische Schimpfwörter. Nach der Arbeit bringt ein etwas zu kurz geratener Maori einen Karton Bier und wir stoßen auf das Erledigte an.

Nachdem ich meine Sachen in Noras Haus gepackt habe trinke ich bei Jo noch eine Tasse Tee. Bevor ich mich verabschiede und abreise gibt sie mir die Adresse ihrer dritten Schwester in Wellington, die ebenfalls einen Garten hat.

3 Gedanken zu “Anhängerverleih Jim Mahoney

  1. Huhu Michl,

    ja ich meld mich auch mal wieder zu Wort 🙂 war ziemlich stressig in
    letzter Zeit hier bei mir 😦 ich hoffe aber auf Besserung.

    und für dich hoffe ich das die gute Damen nicht noch mehr Verwandtschaft mit nem Garten hat 😉 😉 *g*

    Gruß Karin

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  2. hey michl

    als ich das bild vom teller gesehn hab, musste ich an die bilder denken, die du immer treu und brav von deinem selbstkreierten (schreibt man das so? *gg*) gemacht hast, als du damals in deine eigene wohnung nach hof gezogen bist. 🙂

    lg

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