Tauchgang

Es steht mir ein arbeitsreicher Tag bevor, doch was ich jetzt noch nicht weiß, auch eines der größten Abenteuer, seitdem ich in Neuseeland bin.

Am Morgen schrettere ich mit den andern beiden Wwoofern aus Deutschland Holz

Zuerst schrettern die zwei neuen Wwoofer, die gestern eingetroffen sind, mit mir zusammen Holz und verteilen die Mulche auf Beeten, die wir vorher von Unkraut befreien. Einer meiner Aufaben ist auch täglich die Schweine und Hühner zu füttern und nach Eier zu sehen (Wenn man mit ihnen spricht, legen sie meist eines mehr). Meine liebste Aufgabe ist, in der Räucherkammer nach Schinken und Speck zu sehen und zu kontrollieren, ob das Feuer noch brennt.

Damit das Feuer nicht ausgeht, schaue ich nach, ob es noch brennt

Auf einmal kommt Jason und überrascht uns mit der Ankündigung, das wir jetzt gleich ans Meer fahren, um dort nach Scallops für das Abendessen zu tauchen. Ich brauche erstmal etwas, bis ich einen Tauchanzug finde, in den ich passe. Das Wasser ist gar nicht mal so kalt, aber es braucht doch Überwindung mit dem Kopf unterzutauchen.

Kurz bevor ich untertauche

Schließlich haben wir zu viert 80 Scallops gefangen (das Gesetz erlaubt pro Person 20 zu fangen).Auf der Rückfahrt frage ich Jason, ob er noch einmal anhalten könnte, damit ich das Abendrot einfangen kann.

Mein erstes richtiges Abendrot in Neuseeland

Anne hat bei unserer Rückkehr schon einen wundervollen Kartoffelauflauf im Backoffen und nach dem die Scallops aus Ihren Schalen befreit und in der Pfanne gebraten sind, lassen wir sie uns alle richtig schmecken.

Advertisements

Mittelerde lebt!

Blick auf Northvalley

Etwas wie in J.R.R. Tolkien’s Roman Herr der Ringe komme ich mir hier auf der Farm von Anne und Jason schon vor, vermute jeden Augenblick einen Hobbit hinter einem der butzigen Hügel zu entdecken.
Ich bin gerade hier angekommen, Jason ist damit beschäftigt ein Schwein zu enthaaren. Die beiden haben zwei Hunde – Sledge, ein neun Jahre alter Schäferhundmischling mit treuen Augen und ruhigem Gemüht und Tira, die gerade erst vor 8 Wochen geboren wurde und noch tollpatschig ist.

Sledge und Tira

Ich erfahre, dass meine erste Aufgabe sein wird, ein Loch zu graben, in welches später die Überreste von 5 Schweinen kommen sollen. Anne zeigt mir meinen Schlafplatz und ich beginne mich für die Arbeit umzuziehen. Mein Hut darf natürlich nicht fehlen, weil es fängt schon zu regnen an. Ich entferne das obere Gras, stecke mir das Gebiet ab, das ich ausheben will und beginne zu graben. Mir geht durch den Kopf, wie ich früher in unserem Schrebergarten immer Löcher gegraben habe und einmal mein Großonkel in eines reingefallen ist. Es fängt stärker zu regnen an und nach einiger Zeit frag ich mich, was ich hier eigentlich mache. Grabe an der anderen Seite der Welt ein Loch. Ich könnte jetzt in meinem Auto fahren, das ich nicht mehr besitze. Ich könnte in meiner Wohnung liegen, die ich gekündigt habe. Ich lasse die Gedanken kommen, aber auch wieder ziehen. Ein guter Freund sagte mir einmal, wenn man etwas macht, das einem auch nicht so gefällt, man soll einfach versuchen bei der Sache zu sein, sich auf das zu konzentrieren und in der Gegenwart zu leben und nicht dauernt nur an das Kommende denken. So beschließe ich es auch zu machen. Nun ist das zweite Schwein dran und ich sehe zu wie es getötet wird und helfe dabei es aufzuladen. Wir brühen es im heißem Wasser, damit die Haare besser abgehen. Ich bekomme ein rundes Eisen, das beim Abziehen der Haare hilft. Es geht verblüffent einfach von der Hand. Nach dem 3 Schwein bringe ich die Überreste zu meinem Loch. Kippe den ersten großen Eimer rein. Ich bin dem Brechreitz nahe! Ich verliehre den Halt!
Kann mich aber gerade noch erfangen und kippe den zweiten Eimer rein.

Damit unsere Schweine nicht nass werden, bekommen sie einen Schirm

Ich bin bis auf die Unterhosen durchgeweicht. Jetzt muss etwas neues zum Anziehen her. Gut, dass ich mir in Singapur das T-shirt zugelegt habe. Anne hat auch schon das Essen fertig und ich genieße das Roastbeef und das frische Biogemüse.

Mein erstes Abendessen gemeinsam mit Anne und Jacon

Kaum liege ich im Bett, bin ich auch schon eingeschlafen. Ich träume von meiner Hauptschulzeit und von meiner Ausbildungszeit in der SchmidtBank.
Ein Krähen erweckt mich, die ersten Sonnenstrahlen scheinen durch das Fenster, ich gehe nach draußen und genieße den wunderbaren Ausblick auf Northvalley, die Hügel und blühende Orchiden. Heute erwartet mich die Salaternte im Gewächshaus. Doch nicht Salatköpfe sind zu ernten, wie ich es mir vorgestellt hatte, sondern ich pflüge die einzelnen Blätter, Blatt für Blatt.

Während ich Salat pflüge, kommen und gehen meine Gedanken

Zwischendurch esse ich auch immer mal eines, wenn es nicht wohlgeraten scheint.
Zum Lunch gibt es Sandwiches mit Tomaten Chutney, Bio Fleisch und meinem eigenhands gepflückten Salat. Einfach himmlisch der Geschmack! Am Abend helfe ich beim Abpacken des Salates in Beutel und beim Einladen der Standutensilien, weil morgen
geht es um 5Uhr nach Whangarei auf den Wochenmarkt.

Auf dem Markt verkaufen restlos alles

Um 10Uhr haben wir schon alle Päckchen mit Salat verkauft und ich mache einen Spaziergang über den Markt und anschließend in die Innenstadt, um mir einen Pullover zu kaufen. Heute gibt es frisches Schweinefleisch zum Dinner, ich genieße die Kruste in vollen Zügen. Nebenher läuft ein Spiel der neuseeländischen Ruby Mannschaft gegen Südafrika. Anne und Jason sind beide Fans, wie die meisten Neuseeländer. Neuseeland gewinnt.
Morgen am Sonntag habe ich frei, darf ausschlafen und dannach gehen wir zum Meer. Ich freue mich schon gewaltig, das erste Mal Neuseelands Meer zu sehen und das salzige Wasser auf meinen Lippen zu schmecken.

Vulkan Mount Eden

Heute will ich es etwas ruhiger angehen lassen, da es mein letzter Tag in Auckland vorerst ist. Morgen geht es mit dem Bus in das 3 Stunden entfernte Whangarei, wo ich meinen ersten Farmaufenthalt bei Jason und Anne haben werde. Nach einem Blick in meinen Reiseführer beschließe ich mir heute den erloschenen Vulkan Mount Eden anzusehen, der auch gleichzeigtig Aucklands größter Vulkan ist. Ich habe einen eindrucksvollen Bilck auf die Skyline, wenn auch der Himmel etwas mit Woken verhangen ist.

Skyline Auckland von Mount Eden aus

Und während des Rückweges kommen mir alte Schlager in Gedanken und ich summe sie vor mich hin „17 Jahr blondes Haar“ von Udo Jürgens, „Aber Dich gibt’s nur einmal für mich“ von den Flippers und von meinem Lieblings Alt 68er „Heute hier, morgen dort“

Rückweg von Mount Eden

Mr Kie [B] ling in Auckland

langsam aber sicher reaslisiere ich, dass ich wirklich hier bin. Heute steht die Eröffnung eines Kontos auf dem Plan, den wenn ich vielleicht doch irgendwann hier in Neuseeland Geld verdiene, so brauche ich ein Konto, wo dies hinüberwiesen werden kann. Zudem kommt es mich auch günstiger, mit der Karte Geld zu ziehen. Bei einem Spaziergang durch Auckland schau ich mir die Banken von außen an und entscheide mich für die „Bank of New Zealand“ (da gefällt mir die Corporate Identity am Besten, einen anderen Anhaltspunkt habe ich leider nicht). Ich werde zu einer freundlichen Frau geführt, die mich gleich nach meinem Reise- und Personalausweis fragt. Sie sagt „Hello Mr Kiebling“. Ich wieder spreche Ihr, dass ich Kiessling heiße. Aber im Pass würde es doch so stehen und sie müßte es auch mit einem B in den PC eingeben. Ich versuche ihr klar zu machen, das es kein B ist, sondern ein Art von S – „This letter is called a strict S or also an sz“ Am Ende kann ich sie überzeugen und zahle 200Dollar auf mein Konto ein. Meine Karte bekomme ich in 5 Tagen an mein Postfach gesendet.
Da der Tag noch jung ist setzte ich mich in den Bus und fahre damit durch die Gegend. Am Auckland Museum steige ich aus und sehe es mir an. Rießig groß und super aufgemacht das Ganze. Ein paar Kilometer weiter hat man einen herlichen Ausblick auf die Skyline von Auckland:

Ausblick auf Aucklands Skyline

Angekommen?!

Jeder kennt das Gefühl vor Abreise etwas Wichtiges vergessen zu haben. Ich hatte dieses Gefühl auch und dachte schon nach, was es denn sein könnte. Ich sitze also in Singapur am Abflugschalter und fülle das Einreiseformular für Neuseeland aus. Auf einmal fällt es mir wie aus heiterem Himmel ein! Ich habe keine aktuellen Kontoauszüge ausgedruckt, was Einreisebestimmung ist. Während des ganzen Flugs geht mir dies durch den Kopf.

Anflug auf Neuseeland

In der Ankunftshalle erwische ich gerade eine Beamtin, die aussieht, als hätte sie schlechte Laune. Sie fragt mich, was ich den in Neuseeland machen will, ich erkläre wahrheitsgemäss „Ich will Äpfel pflügen und wwoofen“, sie lacht und läßt mich ohne Kontoauszug passieren. Der Bus fährt mich direkt bis zur Jugendherberge, die eher einem Kontainer ähnelt (ich bin noch zu verwöhnt von Singapur wie es scheint).

auf dem Skytower in Auckland

Alles geschieht wie im Traum, da mich der Flug doch mitgenommen hat und mir die Zeitverschiebung zu schaffen macht.
Ich funktioniere einfach. Hatte mir vorgenommen, gleich am ersten Tag ein Postfach zu eröffnen und mache mich auf den Weg. Da es schon kurz vor 18Uhr ist, haben es die beiden jungen, hübschen Neuseeländerinnen eilig, aber ich habe immer wieder neue Fragen und trete gleich dem wwoofing Verband und dem Backpackers Verband bei, da ich dies ohnehin vorhatte. Außer der Karte mit der Adresse für mein Postfach, bekomme ich auch ein Formular womit ich auch gleich meine Steuernummer beantragen kann. Als ich das Gebäude verlassen will, stehe ich vor einem großen schweren Gitter – abgeschlossen. Die zwei Mädels haben auch keinen Schlüssel, eine Wach- und Schließgesellschaft ist dafür zuständig. Ich frage die Mädels, ob wir den jetzt die Nacht zu Dritt hier verbringen müssen.

Meine gesammelten Unterlagen, die ich brauche

Singapur is like Bavaria

Singapur gleicht Bayern wirklich etwas- hier in Singapur ist seit 40 Jahren die gleiche Partei an der Macht und daran wird sich auch auf absehbare Zeit nichts ändern. Es gibt zwar Oppositionsparteien, aber diese sind eher unbedeutend.
Ich habe jetzt schon zum zweiten Mal eine Ordnungswidrigkeit begangen- nicht nur, dass ich unerlaubter Weise Kaugummi mit ins Land einführe, nein, heute esse ich in der U-Bahn Weintrauben , was streng verboten ist. Wird man erwischt, zahlt man 500$ (ca. 250Euro). Während einer Nachtsafari, bei der ich nachtatktive Tiere sehe, finde ich im shop ein T-Shirt, das mir sofort gefällt:

Dieses shirt hab ich mir gekauft, ich denke fast, es ist ironisch gemeint

Bei einer Stadttour lerne ich einen sehr sympathischen Australier kennen, wir sprechen über Deutschland, weil er schon mal da war und er fragt mich, wann ich denn mal nach Australien komme. Als ich erwähne, dass ich erstmal nach Neuseeland fliege, erzählt er mir von den Rivalitäten von Australiern und Neuseeländern, die aber so gemeint sind, wie die zwischen Bayern und Preusen, oder Franken und Sachsen, denk ich mir.
Vor der Skyline von Singapur lasse ich mich von ihm ablichten.

Zwischenstopp in Singapur

Die Nacht konnte ich gut schlafen, obwohl mein Abflug bevorsteht. Rechtzeitg zum Einchecken in den Flieger erreichen wir den Flughafen in Hof. Im Warteraum treffe ich auf meinen ehemaligen Personalreferenten vom ehemaligen SchmidtBank Systemhaus, der heute nach Frankfurt zur Arbeit fliegt. Während unseres Gespräches stellen wir fest, dass wir beide den Selben kennen, den ich in Singpur besuchen will – Zufälle gibt es nicht 😉
Dann hebt auch schon der Flieger ab.

Abflug von Hof

In Frankfurt angekommen habe ich erstmal Probleme das richtige Gate zu finden, aber alles kein Problem, da der Flieger eh 1Stunde Verspätung hat. Und Glück hab ich dazu auch noch, weil der Sitz neben mir im Flieger frei ist, so kann ich mich so richtig schön ausbreiten und erstmal das Entertainment Programm unter die Lupe nehmen. Alle 60 Minuten kommt eine nette Frau und bietet einem etwas zu trinken an, was ich natürlich gerne annehme. Das Essen hier schemckt auch sehr gut, hätte ich gar nicht gedacht. Die Flugzeit zieht sich aber schon, sind halt doch 12 Stunden. Immer wieder gibt es Turbolenzen und ich muss mich anschnallen.
Endlich in Singpur gelandet fällt mir sogleich die hohe Luftfeuchtigkeit auf und das es hier anders riecht – ja echt, es riecht anders. Überall nach Weihrauch mit einer Mischung aus exotischen Gewürzen.
Mein Hotel ist super, in dem ich drei Nächte verbringen werde. Da es keine Einzelzimmer mehr gibt, bekomme ich eines mit Doppelbett, mensch da kann ich mich quer reinlegen 😉
Ich erkunde erstmal die Stadt per Bus, was sehr bequem ist. Ich fahre einfach durch die Gegend und wo es mir gefällt, steige ich aus.

Tempel in Singapur
(Bild zeigt den Sri-Marimman Tempel, ein bedeutendes tamilisches Heiligtum, bei dem ich bei meiner Fahrt durch Chinatown halt gemacht habe)